F.A.Q. - häufig gestellte Fragen

 

Die häufigsten eMails, die wir von "Sorraia-Interessierten" bekommen beginnen mit dem Satz:
"Habe ich ein Sorraia Pferd?" oder "Wo kann ich herausfinden lassen, ob mein Pferd ein Sorraia ist?"
Oft sind den eMails noch Bilder beigefügt und meistens handelt es sich dabei um Pferde, die aus Spanien oder Portugal durch Händler nach Deutschland vermittelt wurden.

Natürlich können wir es persönlich sehr gut verstehen, wenn Pferdebesitzer gerne mehr wüssten über ihr Pferd - unabhängig davon ob es nun ein rassenreines ist oder nicht! Vor allem, wenn es einen sehr "iberischen Einschlag", eine tolle Zebrierung, etc. hat. Die meisten Leute, die uns diesbezüglich anschreiben haben keinerlei züchterische Ambitionen, sondern möchten einfach mehr erfahren.
    Leider sind wir nicht in der Lage nur anhand von Bildern und der Beschreibung des Werdeganges eines Pferde genau zu bestimmen, ob es sich um ein "Original" Sorraia Pferd, oder ein Sorraia-Mischling oder oder oder handelt. ;-)
Die Wahrscheinlichkeit, dass man die genaue Identität eines Sorraia-Mischlings oder eines echten Sorraia ohne Papiere herausfinden kann ist unserer Meinung nach sehr sehr gering! Vor allem, wenn die Tiere aus dem Ausland durch Händler (ohne ein Pedigrée) importiert wurden.

Ein echtes Sorraia Pferd hat in Deutschland keinen staatlich anerkannten Zuchtverband (d.h. einen Zuchtverband, der unter dem Dach der FN steht). Alle uns bekannten deutschen Züchter der Sorraias schreiben, bzw. schrieben daher ein eigen erstelltes Pedigrée-Formular für ihre Nachzucht aus.
    Es gibt in Lissabon ein offizielles Zuchtbuch für Sorraias, welches ehrenamtlich u.a. von Prof. Maria do Mar Oom geführt und "verwaltet" wird. Dort ist es möglich, Original Sorraia Pferde eintragen zu lassen. Dies ist zwar kostenlos, allerdings nicht so einfach.
Voraussetzung dafür ist, dass die Elterntiere bereits in dem Stutbuch geführt werden und dass eine DNA-Blutanalyse beider Elterntiere vorliegt. Nur so kann die "Echtheit" überprüft und gewährleistet werden. Soll nun ein neues Tier in das Stutbuch aufgenommen werden, so ist es erforderlich ca. 10 ml Blut (nicht geronnen und so frisch wie möglich) von dem entsprechenden Pferd, sowie einen Ahnennachweis (kann in Deutschland ausgestelt worden sein oder die Elterntiere werden einfach in einem Brief mit Namen, Nummer und Geburtsjahr notiert) nach Portugal zu senden.
Dem Päckchen sollte ein englisch (oder portugiesisch ;-)) verfasster Text beigelegt werden indem steht, dass das Blut zu Untersuchungs- und Forschungszwecken verwendet werden darf. Ansonsten darf das Labor in Lissabon den DNA-Test nicht durchführen!

 

Hinweis zur Versendung der Blutprobe:
Einem Pferd Blut abnehmen zu lassen ist mit Sicherheit der leichteste Teil der ganzen "Aktion" (hoffentlich ;-)). Der Tierarzt sollte am Besten mehrere kleine Proben entnehmen für den Fall, dass einige Proben nicht lange genug frisch bleiben und nach Ende der Reise unbrauchbar sind. Dann sollten die Proben in eine Kühlbox und so schnell wie möglich versendet werden. Beim Verpacken kann man entweder mit kleinen gut isolierten Frischhaltebehältern und Kühlakkus improvisieren (in dem Fall die Proben jeweils in ein Stückchen Küchenpapier einwickeln, damit sie nicht zu schnell zu kalt werden) oder aber man kauft eine entsprechende Transportbox. Die sind allerdings nicht ganz so preiswert und man bekommt sie meistens nicht wieder zurück aus Portugal. Wir raten daher ab, sich eine zu leihen. :-)
Nun zum Versandt an sich:
Weder die Deutsche Post, noch sonst eine uns bekannte Versandfirma nimmt Blutproben o.ä. an. Wer´s nicht glaubt, macht einfach mal den Test und benennt am Schalter den Inhalt des Päckchens. ;-) Eine weitere Möglichkeit ist, die Blutprobe direkt mitzunehmen per Flugzeug, wobei man spätestens beim Einchecken ein schönes Problem mit dem Zoll (oder sonst einer Behörde) bekommt, sollte das Päckchen vorher nicht angemeldet und genehmig worden sein. Es ist also gar nicht so einfach, die Blutproben nach Portugal zu senden...
Unser Tipp: Verpacken und verstauen Sie die Blutproben so gut es geht in der Transportbox und verpacken Sie diese nochmals in ein Postpäckchen. Dann senden Sie dieses per Express und per Einschreiben! Ist das Blut zu alt und unbrauchbar, muss der ganze Vorgang wiederholt werden...

Die Blutprobe muss zu folgender Adresse: Maria do Mar Oom
Departamento de Biologia Animal / Centro de Biologia Ambiental
Faculdade de Ciências de Lisboa
Campo Grande, Bloco C2 - 3º

Ist das entsprechende Pferd in das portugiesische Stutbuch aufgenommen worden, so erhält der Pferdebesitzer ca. 4 bis 6 Wochen später einen kurzen Bescheid per Post, in dem auch die portugiesische Zuchtbuchnummer eingetragen ist.

Wenn es sich nun um ein Pferd mit einer unbekannten Identität handelt, so ist es für das portugiesische Labor nicht möglich die Identität zu prüfen. Das Labor prüft ja nicht für eine Anfrage ihren gesamten Zuchtbuchbestand und alle daraus resultierenden Möglichkeiten durch. Es überprüft nur, ob die angegebenen Elterntiere, etc. korrekt sind oder nicht. Die Blutprobe und die Anfrage zur Untersuchung würde mit Sicherheit verworfen werden und meistens unbeantwortet bleiben, wenn nicht mindestens ein Elternteil des Pferdes bekannt ist!
   
Aber wenn viele jetzt vielleicht ein bisschen demotiviert sind, nachdem sie wissen was es für ein Aufwand ist ein Sorraia Pferd eintragen zu lassen und wie unwahrscheinlich die Chance ein Pferd mit unbekannter Identität zu überprüfen, so möchten wir Ihnen an dieser Stelle einen netten Rat geben:
Erfreuen Sie sich einfach an Ihrem Pferd! Dem ist es ohnehin ganz egal, ob es ein Sorraia oder ein Kaltblut oder oder oder ist. :-) Falls nun doch noch Fragen offen sind oder Sie vielleicht andere Erfahrungen mit dem portugiesischen Sorraia-Stutbuch gemacht haben, so können Sie gerne und unverbindlich mit uns in Kontakt treten. Wir versuchen zu helfen, wo es geht.